Nussjagd

Martinus-Schüler nehmen an der „Nussjagd“ teil


Bad Orb. Die Haselmaus hat es nicht leicht. In unserer aufgeräumten Landschaft, in der Hecken, Büsche und Ackerrandstreifen immer seltener werden, findet sie kaum mehr geeigneten Lebensraum. So sind die Bestände der flinken, knopfäugigen Nager seit Jahrzehnten rückläufig. Die Haselmaus, die zoologisch gesehen gar keine Maus ist, sondern zur Familie der Bilche gehört, bevorzugt dichte Brombeergestrüppe, in deren Deckung sie ihre kugeligen Nester baut. Befinden sich in der Nähe ihrer Behausung auch noch Haselnusssträucher, ist es um ihr leibliches Wohl besonders gut bestellt.  Die im Herbst reifenden Haselnüsse sind willkommene Proteinlieferanten für das nur daumengroße Tier. Bevor die Haselmaus Ende Oktober in einen bis zum April andauernden Winterschlaf fällt, muss sie sich eine dicke Fettschicht anfressen, von der sie im Winter zehren kann. Um die Bestände der Haselmaus zu dokumentieren, ruft der Naturschutzbund Deutschland jährlich im Herbst zur großen Nussjagd auf. Denn nur wenn man weiß, wo die selten gewordenen Bilche noch vorkommen, können sich Naturschützer für den Erhalt und den Schutz ihres Lebensraumes stark machen. Im Rahmen der großen Nussjagd nahmen Martinus-Schüler der Klasse 7 unter der Leitung von Herrn Ommert das Gelände am Fuß des Molkenberges unter die Lupe. Die Vermutung, dass das von Haselnuss- und Brombeersträuchern durchsetzte Brachland ein El-Dorado für die Haselmaus sein könne, wurde von den Schülern bestätigt: Zahlreiche Nüsse, die haselmaustypische Nagespuren aufwiesen, konnten von den aufmerksamen Umweltdetektiven gesichert werden. Im Gegensatz zu anderen Haselnussliebhabern wie etwa dem Haselnussbohrer, dem Eichhörnchen oder der Rötelmaus, weisen die von der Haselmaus benagten Nüsse ein kreisrundes Fraßbild auf.

Die gesammelten Nüsse werden dem NABU Hessen in Wetzlar zugesandt. Kundige Haselmausexperten begutachten sie dort erneut und tragen sie in ein Fundortverzeichnis ein.