Vorklasse

Die Vorklasse in Bad Orb besteht seit 1994 und wird seither von der Dipl.-Sozialpädagogin Karin Müller geleitet.
Die Vorklasse können alle Kinder besuchen, die bis zum 1. Juli des Einschulungsjahres schulpflichtig werden.
Die Vorklasse wird nicht auf die Gesamtschulzeit angerechnet.
Die Kinder nehmen an allen Aktivitäten der Schulgemeinde teil.
Das Ziel des Vorklassenjahres ist die erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht in der ersten Klasse.
Die Gründe für den Besuch der Vorklasse können unterschiedlicher Natur sein.
Die Schuleingangsuntersuchung, der Bericht der Schulärztin, Gespräche mit den Eltern und den Erzieherinnen des abgebenden  Kindergartens bilden die Grundlage für die Empfehlung, das Kind in die Vorklasse einzuschulen.
Die individuellen Voraussetzungen des Kindes, seine Bedürfnisse und Erfahrungen bilden den Ausgangspunkt für eine ganzheitliche Förderung.
Eine wertschätzende Haltung, die das Kind in seinen Stärken und Schwächen annimmt wie es ist, eine angenehme Lernumgebung in einer kleinen Gruppe bilden einen sicheren Rahmen für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit.

Die Arbeit in der Vorklasse beinhaltet die Förderung des Kindes im:

  • kognitiven Bereich
  • emotional – sozialen Bereich
  • psychomotorischen und körperlichen Bereich
  • motivationalen Bereich und den Wahrnehmungsbereich

Nach dem Prinzip des ganzheitlichen Lernens werden Inhalte und Zielsetzungen der verschiedenen Lernbereiche (angelehnt an den Rahmenplan der Grundschule) miteinander verknüpft:

  • religiöse und ethische Erziehung
  • Sprache und Literatur
  • Vorbereitung auf Lesen und Schreiben
  • Natur- und Sachbegegnung
  • Einführung in mathematisches Denken
  • Bildnerische Gestaltung
  • Rhythmisch-musikalische Erziehung
  • Bewegungserziehung

Thematische Schwerpunkte sind projektorientiert aufgebaut und beziehen die individuelle Bedürfnislage des Kindes und die Interessenlage der Gesamtgruppe mit ein.

Der Tagesablauf ist strukturiert und rhythmisiert.

Der Wechsel von freiem und angeleiteten Spiel, Arbeitsphasen, Spannung und Entspannung findet in vielfältigen Sozialformen statt:
Einzel-, Klein- und Gesamtgruppe, Begrüßungs-, Spiel- und Gesprächskreisen.

Durch Rollenspiele, Malen, Bewegen, Basteln, Musizieren, dem Arbeiten mit Anschauungsmaterial, didaktischen Spielen, Erzählen, Vermuten und Zuhören, dem Bearbeiten von Arbeitsblättern, Experimentieren und Beobachten wird der Lernstoff angeeignet und vertieft.

Die Leistungen des Kindes werden beobachtet und dokumentiert, dienen aber nicht der Beurteilung, sondern sind Ausgangspunkt für weitere Förderung, die im individuellen Förderplan dokumentiert wird.

Der individuelle Entwicklungsstand des Kindes wird durch Prinzipien, Methoden und Übungen aus Psychotherapie, Psychomotorik, autogenem Training, Brain-Gym und sensorischer Integration berücksichtigt und weiterentwickelt.

Besonderer Wert wird in der Vorklasse auf die Prävention der sogenannten Teilleistungsstörungen gelegt, die sich als Legasthenie oder Dyskalkulie bemerkbar machen.

Die Kooperation mit Eltern und ggbf. mit Institutionen, Therapeuten und Ärzten ist ein Bestandteil des Förderprogrammes  und dient der ganzheitlichen Entwicklung des  Kindes.

Das Vorklassenjahr bewahrt das Kind vor Überforderung und bietet die Chance, positive Lernerfahrungen zu machen, Selbstwertgefühl zu entwickeln und sich langsam an die Anforderungen des Schulalltages zu gewöhnen.

Karin Müller, Leiterin der Vorklasse